Durch Bruch
Unsere Osterinstallation thematisiert die Spannung zwischen Karfreitag und Ostersonntag. Ein fragiles Papier mit Begriffen, die Passant:innen zu Karfreitag assoziieren, verhüllt das Fenster – und damit das eigentliche Osterfest dahinter. Die meisten Begriffe zeugen von Distanz oder Unklarheit: Karfreitag bleibt für viele ein leerer Tag.
Das Papier steht wie ein Schleier, der den Zugang zum tieferen Sinn von Ostern versperrt. Wie Jesu Verletzlichkeit, die seine Liebe zu den Menschen bezeugt, lädt die Verletzlichkeit des Papiers dazu ein, es zu durchbrechen – ein Akt, der an das Zerreißen des Tempelvorhangs am Karfreitag erinnert, als nach christlicher Überlieferung durch Jesu Tod der freie Zugang zum heiligen Gott für alle Menschen geöffnet wurde.
Hinter dem Papier blitzt durch kleine Durchblicke eine kitschig-harmonische Osterwelt auf – ein Abglanz des Lebens und der Hoffnung, die Ostern verheißt. Die Installation spielt mit der Ambivalenz von Sichtbarkeit und Verhüllung, von Kitsch und Tiefe, von Verletzlichkeit und Hoffnung. Sie lädt ein, Ostern als Fest der Erneuerung und des Durchbruchs zu erleben – als Vorgeschmack auf eine andere, versöhnte Welt, in der das Leben siegt.
